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Leitbild – Diakonisches Werk Herford
Diakonisches Werk Herford

Leitbild

fĂĽr das Diakonische Werk im Ev. Kirchenkreis Herford e.V.

I. “Wir können Hoffnung”

Wenn Menschen in für sie schwierige Lebenssituationen geraten, sind wir als Diakonie aufgefordert, sie bei der Bewältigung dieser Lebenslage zu unterstützen. Besondere Aufmerksamkeit gilt immer denen, die am Rande stehen – aus welchem Grunde auch immer. Wenn Einzelne ausgegrenzt werden, erleidet immer die ganze Gemeinschaft einen Verlust. Und gemeinsam gilt es, die Menschen, die unsere Unterstützung benötigen, so zu fördern und zu entlasten, dass sie ihr Leben wieder gestärkt und hoffnungsvoller leben können.

Unsere Vision vom Leben der Menschen in unserer Gesellschaft:
In der Liebe Gottes gestalten wir Menschen unser Leben selbstbestimmt, eigenverantwortlich und hoffnungsvoll.
Wir verstehen dabei die Verschiedenheit der Menschen als Bereicherung.
Wir erstreben eine Gesellschaft, die jeder Mensch mit gleichen Chancen, Rechten und Pflichten mitgestaltet.

Um uns dieser Vision in unserem diakonischen Dienst anzunähern, stellen wir uns folgende Fragen:

  • Nehmen Menschen durch unseren diakonischen Dienst die liebende Zuwendung Gottes zu uns Menschen wahr, um daraus Hoffnung zu schöpfen?
  • Befähigen wir durch unseren diakonischen Dienst Menschen, selbstbestimmt und eigenverantwortlich zu leben?
  • UnterstĂĽtzen und befähigen wir durch unseren diakonischen Dienst Menschen, in gelingender Gemeinschaft miteinander zu leben?

II. Unsere Grundausrichtung:

  1. Menschen individuell unterstĂĽtzen
  2. Leben in Gemeinschaft fördern
  3. Das Evangelium erlebbar machen
  4. Gesellschaftlich mitwirken
  5. Wirtschaftlich verantwortungsvoll handeln
  6. Mitarbeiter fĂĽhren
  7. Qualität entwickeln

 

  1. Menschen individuell unterstĂĽtzen

Wir achten die Freiheit jedes einzelnen Menschen, indem wir ihn ermutigen, befähigen und unterstützen, seine eigenen Lebensvorstellungen zu entwickeln, zu äußern und zu leben. Dabei nehmen wir die individuellen Unterstützungsbedarfe jedes Menschen wahr, entwickeln mit ihm und seinen Bezugspersonen Lösungen und arbeiten gemeinsam an deren Umsetzung.
Das bedeutet fĂĽr uns:

  • Wir verstehen die Verschiedenheit der Menschen als Bereicherung.
  • Wir achten die individuellen Lebensvorstellungen der einzelnen Menschen und fördern selbstbestimmtes Leben.
  • Wir nehmen den jeweiligen UnterstĂĽtzungsbedarf wahr und richten unsere Angebote im Rahmen unserer Möglichkeiten an diesem aus.
  • Wir entwickeln kontinuierlich alle Angebote und Dienste fachlich qualifiziert weiter.
  • Wir setzen uns aktiv ein fĂĽr den besonderen Schutz von Kindern und Menschen mit UnterstĂĽtzungsbedarf.
  • Wir leisten unseren Beitrag, dass Menschen ihr Leben eigenverantwortlich gestalten.

 

  1. Leben in Gemeinschaft fördern

Wir setzen uns ein für gemeinschaftliches Leben, das jeder Mensch mitgestaltet und dabei in seiner Individualität akzeptiert wird.
Das bedeutet fĂĽr uns:

  • Wir fördern Menschen, sich zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsbezogenen Persönlichkeit zu entwickeln.
  • Wir unterstĂĽtzen Menschen, Ausgrenzung zu ĂĽberwinden und neue Kontakte aufzubauen.
  • Wir setzen uns ein fĂĽr eine Gesellschaft, an der alle Menschen mit ihrer jeweiligen Individualität teilhaben, gleichberechtigt angenommen und gefördert werden.
  • Wir erstreben eine Gesellschaft, die jeder Mensch mit gleichen Chancen, Rechten und Pflichten mitgestaltet.

 

  1. Das Evangelium erlebbar machen

In gemeinsamer diakonischer Verantwortung sind wir zugleich aktiver Partner der Kirchengemeinden und synodalen Dienste.
Das bedeutet fĂĽr uns:

  • Wir verstehen uns als Dienstgemeinschaft mit unterschiedlichen Aufgaben und Funktionen, in der soziale Arbeit und die Weitergabe des Evangeliums eine Einheit bilden.
  • Wir bieten geistliche und seelsorgerliche Begleitung fĂĽr Klienten und Mitabeitende an.
  • Wir bilden mit den Kirchengemeinden und synodalen Diensten ein aktives Netzwerk diakonischer Arbeit.
  • Wir nehmen die diakonischen Handlungsfelder der Kirchengemeinden und der verschiedenen diakonischen Träger als gegenseitige Ergänzung wahr.
  • Unser evangelisches Selbstverständnis ist durch unsere Tat erkennbar und hat sein Fundament im biblischen Menschenbild
  1. Gesellschaftlich mitwirken

Wir setzen uns ein fĂĽr Menschen mit UnterstĂĽtzungsbedarf und sind Mitgestalter in politischen Prozessen:
Das bedeutet fĂĽr uns:

  • Wir unterstĂĽtzen Menschen, ihre Rechte aktiv wahrzunehmen.
  • Wir sind Stimme fĂĽr Menschen in schwierigen Lebenssituationen, die öffentlich nicht gehört werden.
  • Wir sind fachlich kompetente, kritische und zugleich konstruktive Partner in lokalen Gremien.
  • Wir sind mit politisch Verantwortlichen in einem kontinuierlichen Dialog.
  • Wir fördern die öffentliche Präsenz der Diakonie.
  • Wir gewinnen Menschen und Institutionen, unsere diakonische Arbeit zu unterstĂĽtzen und mit uns gemeinsam weiterzuentwickeln.
  1. Wirtschaftlich verantwortungsvoll handeln

Wir wirtschaften verantwortungsvoll, nachhaltig und dadurch langfristig zukunftsfähig. Durch den Umgang mit Spendengeldern und Mitteln der öffentlichen Hand haben wir in der Diakonie eine besondere Verantwortung bei der Wahrnehmung unserer Aufgaben und sind zur Transparenz gegenüber Dritten verpflichtet.

Dieses bedeutet fĂĽr uns:

  • Wir erweitern unsere Leistungen bzw. bieten neue Leistungen an, wenn diese dem Bedarf von Menschen entsprechen und wirtschaftlich zu verantworten sind.
  • Wir erleichtern die Arbeitsweise aller Beteiligten durch eine geordnete FĂĽhrungsstruktur in Form von Fachabteilungen, die zielgerichtet und den Erfordernissen angemessen entscheiden und arbeiten.
  • Wir setzen gezielt Eigenmittel in den Leistungsfeldern ein, in denen der Kostenträger nicht zur Ausfinanzierung verpflichtet ist.
  • Wir organisieren und strukturieren soziale Leistungen, denen eine Regelfinanzierung zu Grunde liegt, in der Weise, dass diese in dem vorgesehenen Finanzierungsrahmen realisiert werden können.
  • Wir ĂĽben strikte Haushaltsdisziplin und ĂĽberprĂĽfen regelmäßig unseren bewussten Mitteleinsatz.
  • Wir bilden kontinuierlich RĂĽcklagen, um zukĂĽnftig investieren zu können und legen diese nach dem Leitfaden fĂĽr ethisch nachhaltige Geldanlagen der Evangelischen Kirche in Deutschland an.
  • Wir gehen sparsam mit allen Verbrauchsmaterialien um.
  • Wir kommunizieren die wirtschaftliche Entwicklung des Diakonischen Werks regelmäßig.

6.Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fĂĽhren

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen ihre beruflichen und persönlichen Fähigkeiten ein und werden dabei von der Leitung unterstützt.
Dieses bedeutet fĂĽr uns:

  • Wir leben eine FĂĽhrungskultur, die geprägt ist von respektvollem Umgang miteinander, Partizipation und Orientierung an Zielen.
  • Wir beteiligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in angemessener Form an fĂĽr sie relevanten Entscheidungen und Veränderungen.
  • Wir leben betriebliche Mitbestimmung nach dem Mitarbeitervertretungsgesetz der Evangelischen Kirche in Deutschland.
  • Wir unterstĂĽtzen die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
  • Wir setzen das kirchliche Arbeitsrecht um und beteiligen uns an der Weiterentwicklung.
  • Wir unterstĂĽtzen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten.
  1. Qualität entwickeln

Wir sichern und verbessern kontinuierlich die Qualität der sozialen Dienstleistung für Menschen mit Unterstützungsbedarf. Im Vordergrund steht dabei, die subjektiv empfundene Qualität der vereinbarten Leistung.
Dies bedeutet fĂĽr uns:

  • Wir dokumentieren kontinuierlich unsere Leistungen, die den Menschen mit UnterstĂĽtzungsbedarf und den von uns selber gesetzten MaĂźstäben stetig angepasst werden.
  • Wir entwickeln Qualitätskriterien, um die Erreichung der Qualitätsstandards zu prĂĽfen.
  • Wir ermutigen Menschen, uns aktiv RĂĽckmeldung zu unserem Handeln zu geben.
  • Wir bewerten kontinuierlich die Wirkungen unseres Handelns und beziehen diese Erkenntnisse in unsere weitere Planung ein.

III. Ziele der Arbeit

In einem jährlichen Dialogprozess werden die Ziele aller Fachabteilungen und die der Leitung zugeordneten Bereiche überprüft und weiterentwickelt.

Hierzu dienen die sieben Grundlagenpunkte.

Folgende Sichtweisen sind zu bearbeiten und aufeinander abzustimmen:

  • Strategische Grundausrichtung der Geschäftsfelder
  • Externe Anforderungen
  • Fachliche AnsprĂĽche, Standards
  • Bedarfsentwicklung aus Sicht der Nutzer/Klienten
  • Bedarfsentwicklung aus Sicht der Mitarbeiter
  • EntwicklungsĂĽberlegungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der FĂĽhrungskräfte des Vorstandes und des Aufsichtsrates

Die Planung der einzelnen Arbeitsfelder mĂĽssen Aussagen zu folgenden Dimensionen beinhalten:

  • Bedarfsentwicklung
  • Strukturqualität: Personal, Organisation
  • Prozessqualität: Leistungen, Effektivität
  • Ergebnisqualität: Deckung des Bedarfs, Zufriedenheiten der Nutzer
  • Sicherung der Wirtschaftlichkeit

Umsetzung der Ziele
Verantwortung der Abteilungsleitungen ist es, die Ziele der einzelnen Arbeitsfelder durch Handlungsschritte in vertrauensvoller Zusammenarbeit zu unterstĂĽtzen, diese zu initiieren und zu verantworten.

(2017)